Es ist (nahezu) amtlich
Montag, 29. September 2008Wie aus – wie heißt es so schön? – gewöhnlich gut unterrichteten Kreisen zu erfahren war, wird die SPD folgende vier Abgeordnete aus Unterfranken in den Landtag entsenden (allerdings steht noch ein Stimmkreisergebnis aus): Karin Pranghofer, Volkmar Halbleib, Sabine Dittmar und Harald Schneider.
Wenn ich das komplette Ergebnis weiß, Näheres. Das statistische Landesamt ist etwas langsamer, als die Quelle bei der Regierung von Unterfranken.
Nachtrag: Festzuhalten bleibt, dass der Zweitstimmenaustausch mit MSP überhaupt nicht geklappt hat, wenn die mir vorliegenden Zahlen stimmen. Mein Zweitstimmenergebnis ist absolut mies und fast schon katastrophal. Während das Erststimmenergebnis mit fast 10.000 Stimmen noch im Rahmen dessen, was erwartbar war, liegt, habe ich unterfrankenweit nur knapp 1000 Stimmen erhalten. Die Wähler lassen sich halt von den Parteien nicht vorschreiben, wen sie wählen sollen, sondern wählen nach regionalen Gesichtspunkten, und da liegt Miltenberg halt etwas ungünstig.
Das oben erwähnte Ergebnis hat sich bestätigt. Damit sind die Genannten gewählt. Leider hat es mein Freund Marco Schneider auf Platz 5 wohl nicht geschafft.
Nachtrag: Bei dieser Wahl hat der Zweitstimmenaustausch überhaupt nicht funktioniert. Die Menschen haben lieber die inoffiziellen Zweitstimmen-Kandidaten aus ihrer Region gewählt oder die Spitzenkandidaten. Selbst in Würzburg, wo der intensivste Zweitstimmenwahlkampf stattgefunden hat, konnten die offiziellen Kandidaten kaum oder nur wenig profitieren. Kuriosität am Rande: Offensichtlich hat Harald Schneider (MSP, Platz 2) vom Wahlkampf von Marco Schneider (WÜ-S, Platz 8 ) profitiert und ordentlich Stimmen in WÜ-L und WÜ-S abgeräumt und damit den Einzug in den Landtag geschafft.
Bei mir hat sich die Randlage Miltenbergs gerächt. Der Kandidat aus AB-Ost hat so viele Stimmen (449) wie ich (läppische 445 Stimmen) in MSP bekommen, da er in der Nähe der Landkreisgrenze (Bereich Lohr) wohnt, Marco Schneider (803 Stimmen; s.o. bei Namensgleichheit) wohnt in Erlabrunn (Bereich Zellingen und Karlstadt; mehr Zweitstimmen als ich, der intensiv beworben wurde [Plakate, Anzeigen, Flyer]) und auch Sabine Dittmar aus Bad Kissingen konnte ordentlich abräumen. Heiko Steigerwald aus Partenstein hat außerdem über 2000 Stimmen bekommen.
In AB-West habe ich – relativ gesehen – fast so viele wie in MSP, nämlich 268 Stimmen. Dort hatte ich Radiowerbung geschaltet und war außerdem in der Prima-Sonntag mit Anzeigen präsent.
Fazit: Was bringt also die ganze Wahlwerbung, außer Kosten? Ich habe 1270 Zweitstimmen erhalten. In den sechs Stimmkreisen, wo ich überhaupt nicht geworben habe, habe ich im Schnitt 70 Stimmen erhalten (Ausnahme Würzburg-Stadt mit 128 Stimmen).
In AB-Ost mit etwas Werbung (Radio und Zeitungsanzeigen) auch nur 66 Stimmen. Im an meinen Stimmkreis angrenzenden Stimmkreis AB-West mit der gleichen Werbung wie in AB-Ost 268 Stimmen, die aber wohl nicht der Werbung zuzuordnen sind, sondern der Tatsache, dass AB neben MIL liegt.
Bleibt also MSP, wo die Werbung am intensivsten war. Resultat: Knapp 180 Stimmen mehr als in AB und knapp 370 Stimmen mehr als in den Stimmkreisen ohne jede Werbung.
Also: Ca. 370 Stimmen durch Werbung gewonnen (Zahlreiche Anzeigen, 60.000 Flyer, hunderte Plakate, mehrere tausend Kilometer durch die Gegend gefahren, etliche give aways unters Wahlvolk geschmissen, unzählige Stunden mit Wahlkampf vor Ort zugebracht, …)! Zwar zählt jede Stimme, und um die habe ich gerne gekämpft, aber das Geld war wohl unnötig rausgeworfen. Hätte man es in den “inoffiziellen” Zweitstimmenkandidaten vor Ort investiert, wäre das Ergebnis für die SPD bei den Zweitstimmen insgesamt sicher etwas besser gewesen.


